Dezember 27, 2010 in Angebote

Karate

Die großen Prinzipien


Karate nutzt die körperlichen Möglichkeiten opti-mal - für Angriff und Verteidigung. Die wichtigsten Techniken des traditionellen Karate setzen sich zusammen aus Abwehr (Uke) und Schlägen (Atemi).

Die Ausweichungen (Ryusiryusi-Wasa) sind ein sehr wichtiger Bestandteil, der dem Karate eine besondere Note gibt. In seinen traditionellen Ausführungen ist Karate einfach, direkt und Effizienz.
Es gibt keinen Platz für irgendwelchen Schnörkel - dies erklärt sich aus der Geschichte des Karate, die das Ergebnis des Kampfes eines Volkes ist, welches ohne Unterbrechung unterdrückt wurde. Das Karate ist eine Kunst der "Armen".
Es war das "Kleine Volk", das Karate auf der Basis der chinesischen Stile entwickelte.
Dabei wurde der tiefere Stil bestimmte Techniken nicht richtig verstanden.
Man behielt nur das, was Wirkung zeigte, und vergaß den Rest, dass er keinen sofortigen Nutzen brachte.

Das hat zufolge, dass böse Zungen manchmal behaupten, dass Karate eine einfache, prag-matische Form der chinesischen Stile ist, die wesentlich subtiler ist. Man kann eine typische, strategische Kombination des Karate wie folgt beschreiben:

Blitzschnelle Abwehr auf einen Angriff - entweder durch einen kräftigen Block oder durch eine einfache Ausweichbewegung, nachsetzen mit einem starken Fußtritt oder einen Fauststoß, oder aber einen Fußfeger mit einer entscheidenden Fußtechnik am Boden.

Durch Yoshitaka Funakoshi, den Sohn des Mei-sters Gichin Funakoshi, änderte sich das Karate.
Die Stellungen wurden wesentlich Tiefer, die Angriffe weiträumiger und durchdringender, mit dem Akzent, die totale Energie auf einen Punkt zu bringen.

Die Idee des Einzigen tödlichen Treffers (Kime) wird zum Wahrzeichen des neuen, japanischen Karate.

Natürlich hat das moderne Sportkarate andere Kampfkunst-disziplinen genutzt, wie z. B. das Taekwondo, was vor allem in den USA praktiziert wird, ebenso wie die Erfahrungen der modernen Kampfkünste, wie z.B. Pointfighting und die spektakulären Bein- techniken.
Die Strategie iM Wettkampf setzt sich zusammen aus Distanzarbeit und der schnellen Über- brückung dieser Distanz, um Punkte zu machen (Ippon oder Waza Ari)

Quelle: Budo-Karate 4-2002

Psychologische Prinzipien


Da Karate den direkten Kontakt zwischen zwei oder mehreren Menschen bedeutet, spielen Psycholigische Prinzipien eine große Rolle. In vielen Fällen gewinnt der psychisch Stärkere, sogar wenn er physisch weit unterlegen ist.

Diese psychische Konditionierung wird durch das Karate-Training auf natürliche Art eingeübt, bis es zu einem zweiten Ich wird. Im Folgenden werden Beispiele ausgeführt, die uralte bis in die Gegenwart überlieferte Methoden aufzeigen, wie eine solche Koordinierung erreicht werden kann.

Mizu no kokoro (Der Geist gleicht dem Wasser) Dieser Ausdruck, wie auch "Tsuki no kokoro" im folgenden Abschnitt, wurde von den alten Karate-meistern bei ihren Belehrungen hervor-gehoben.
Beide sprechen von der mentalen Einstellung, die erforderlich ist, sobald man einen wirklichen Gegner vor sich hat.
Mizu no kokoro bezieht sich auf die Notwen-digkeit, sich einen ruhigen Geist zu schaffen, der der Oberfläche von unberührtem Wasser gleicht.
Dehnen wir diese Metapher weiter aus: Ruhiges Wasser spiegelt alles in seiner Umgebung exakt wieder.
Ist demgemäß der Geist in einer solch ruhigen Verfassung, werden Vorahnungen über das Verhalten des Gegners schnell und exakt sein und die Reaktion, ob offensiv oder defensiv, wird angemessen sein.

Ist andererseits eine Wasseroberfläche auf-gewühlt, wird auch das Abbild verzerrt sein. Das bedeutet, wenn der Geist durch Gedanken an Angriff und Verteidigung voreingenommen ist, wird er nicht die Absicht des Gegners hervorsehen, was diesem Gelegenheit bietet seinerseits anzugreifen.

Tsuki no kokoro (Der Geist gleicht dem Mond) Dieses Bild bezieht sich auf die Notwendigkeit sich immer über den Gegner und seine Bewegungen im Klaren zu sein, genauso wie das Mondlicht auf alles in seinem Bereich gleichermassen scheint.
Mit der vollständigen Entwicklung dieser Geisteshaltung wird das Bewusstsein sofort eine Schwachstelle in der Deckung des Gegners erkennen.
Nervosität und Ablenkung gleichen Wolken, die das Mondlicht absorbieren, so das die Bewe-gungen des Gegners im Dunkeln bleiben und keine Lücke erkennbar ist, die mit einer Technik angegriffen werden könnte. Einheit von Geist und Willen Bemühen wir einen Vergleich aus der modernen Technik.
Wir wollen im Folgenden den Geist als Laut-sprecher in einem Telephon und den Willen als elektrischen Strom auffassen.

Egal wie empfindlich der Lautsprecher auch ist, ohne Strom keine Kommunikation.

Ähnlich ist es im Karate.

Selbst wenn der Geist die Bewegungen des Gegners ahnt und sich der Lücke in der Deckung bewusst ist, wird kaum eine gezielte Aktion stattfinden, solange der Willen fehlt dieses Wissen auszunutzen.
Der Geist kann zwar eine Öffnung der gegnerischen Deckung feststellen, doch muss der Wille erst aktiviert werden, um eine entsprechende Technik anwenden zu können.
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